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...ist nichts zu schwör!

Was leisten Ingenieure für die Gesellschaft? Ein Beruf wandelt sich

Ingenieure Akademie für Politische Bildung Tutzing

Tutzing / Akademie-Gespräch Tagungsbericht / Online seit: 15.11.2018

Von: Sebastian Haas

Foto: APB Tutzing

# Bildung und Wissenschaft, Gesellschaftlicher Wandel, Wirtschaft

Download: Akademiegespräch am See: Was leisten Ingenieure für die Gesellschaft?


Flickr APB Tutzing

© Akademie für Politische Bildung Tutzing

Um diese Fragen zu diskutieren, haben Akademie für Politische Bildung und Bayerische Ingenieurekammer-Bau zum Akademiegespräch am See eingeladen. Dabei diskutierten

  • Norbert Gebbeken, Präsident der Bayerischen Ingenieurekammer-Bau
  • Sabine Maasen, Direktorin des Munich Center for Technology in Society
  • André Müller, Vorsitzender des Landesverbands Bayern im Verein Beratender Ingenieure
  • Gerhard Müller, Vizepräsident der Technischen Universität (TU) München
  • Ursula Münch, Direktorin der Akademie für Politische Bildung
  • Hansjörg Zimmermann, Head School of Creative Arts and Media School, Hochschule Macromedia.

Verzerrte öffentliche Wahrnehmung

Keine Attraktivität des Berufsbildes bei Frauen (auch die Gästeschar in der Akademie für Politische Bildung bestand zu neun Zehnteln aus Männern), ein schlechtes Bild in der Öffentlichkeit (man wird nur erwähnt, wenn etwas einstürzt), ständige Verwechslung mit dem Berufsbild der Architekten, kein Interesse vonseiten der Politik... Die Liste an Klagepunkten, die Ingenieurekammer-Präsident Norbert Gebbeken aufzählte, war lang. Und das, obwohl sich Bauingenieure und am Bau tätige Ingenieure durch eine enorme Vielfalt auszeichnen. Sie decken mit ihrer Arbeit grundlegende Bedürfnisse in den Bereichen des Bauens, der Infrastruktur und der Umwelt ab. Sie erforschen Zusammenhänge von Natur-, Wirtschafts-, Geistes und Sozialwissenschaften, nutzen mathematische Formulierungen ebenso wie physikalische Experimente.

Weiter bilden, weiterbilden

Auch Sabine Maasen ging auf diese verzerrte Wahrnehmung ein: Einerseits eilt Ingenieuren der Ruf der Gewissenhaftigkeit voraus, andererseits haben sie mit immer höheren Ansprüchen an ökologische, sicherheitstechnische, ethische und soziale Komponenten ihrer Arbeit zu kämpfen. "Der Ingieurberuf kann sich hier nicht heraushalten, ist darauf aber eher schlecht vorbereitet", meint die Professorin der TU München und erläuterte, ebenso wie TU-Vizepräsident Gerhard Müller, wie die Hochschulen ihre Studiengänge und Lehrpläne weiterentwickeln müssen. An der TU beispielsweise wurde das Master-Programm RESET (Responsibility in Science, Engineering and Technology) eingerichet, in dem Fragen nach der verantwortungsvollen Regulierung von Wissenschaft und Technologie gestellt werden.

Für die Ingenieure, die sich nicht mehr an den Hochschulen tummeln, bedeutet das: Nicht im eigenen Spezialgebiet verstecken, den Beruf des Bauingenieurs weiter fassen, netzwerken - wie es André Müller formuliert. Oder: "Nach Systemen orientieren, nicht nach Artefakten" - wie es Gerhard Müller formuliert. Hansjörg Zimmermann gab den knapp 100 Zuhörern in der Akademie fünf Regeln mit auf den Weg:

  1. Mit querdenkenden Web-Entwicklern anfreunden und von ihren Ideen profitieren.
  2. Menschen wollen sich nicht ändern, müssen zu Veränderung und Innovation getrieben werden.
  3. Lieber schnell sein als zu perfekt - gerade in Bezug auf so manches Bauprojekt.
  4. Big Data nutzen.
  5. Weiter lernen.

Und weil das so schön griffig war, gab es von Zimmermann auch noch einen Ratschlag in Sachen Berufsbezeichnung hinzu: Bauingenieur? Zivilingenieur? Das klingt spröde, konservativ, oldschool in einer Welt der virtual engineers, data scientists, influencer und UX-designer. Daher 6.: Mut zum neuen Namen!.

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